Jetzt ist schon August und ich habe nur noch 10 Tage in Uruguay vor mir. Unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist! Wenn ich in Deutschland bin, wird es hier eine grosse Zusammenfassung von meinem Jahr geben und vor allem ein paar Berichte über das Land an sich. Davon habe ich bis jetzt zu wenig geschrieben und möchte dies noch nach holen. Dies aber nicht jetzt sondern in ein paar Wochen!
Davor gibt es erst einmal meinen obligatorischen Monatsbericht und zwar von Juni und Juli. In diesem Monat war vor allem Mundial (WM), über die ich schon genügend berichtet habe. Sonst war ich hauptsächtlich in meinen beiden Projekten arbeiten. Meine Projektpartnerin Nina ist mit Alexandra und Carina in den Urlaub gefahren, wodurch ich im Bella deutlich mehr machen musste. Auch bei Descubriendo(se) war viel mehr Arbeit zu erledigen, da unsere Gruppe aus Nina, Alexandra, Claudia und mir besteht. So durfte ich neben der Schule in Montevideo auch zweimal die Schule in Durazno besuchen und dort die Tallere abhalten, was verdammt viel Spaß gemacht hat. Durazno ist eine Stadt im Interior und viel ruhiger und entspannter als das große Montevideo. Dies spiegelt sich auch in den Kindern wieder. Beide Schulen haben einen “sozialkritischen Kontext”, wo bei die Unterschiede enorm sind. In Montevideo, sowohl in der Schule als auch im Bella, haben die Kinder enorme Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und mitzuarbeiten. Dies macht einem die Arbeit deutlich schwieriger, da man weniger erklären kann und viel mehr gegen den Lärmpegel ankämpfen muss. Es kann auch passieren, dass die Kinder während dem Unterricht einfach aufspringen und herrumrennen/sich schlagen. Als Tallerista oder Lehrer kann man eingreifen, schlichten und sanktionieren, was die Kinder jedoch nicht davon abhält, es erneut zu machen. Dies sind Symptome einer Art ADS, welches durch die schwierigen Lebenssituationen entsteht.
In Durazno sind die ökonomischen Probleme des “kritischen Kontext” die gleichen, die Kinder können jedoch auf eine intaktere soziale Struktur zurückgreifen. Während in Durazno bei vielen Kinder die Eltern zusammen wohnen und sie vier oder fünf Geschwister haben, kann es in Montevideo passieren, dass eine Mutter alleine 10 Kinder großzieht. Dies alles ist natürlich nicht auf alle zu, jedoch beschreiben sie die durchschnittliche Entwicklung.
So sind die Kinder in Durazno in der Lage dem Unterricht zu folgen und mitzuarbeiten. V.a. die Kommunikation ist dort einfacher, weil sie sich ausreichend konzentrieren können um den Akzent eines Ausländers zu verstehen.
Für mich waren die zwei mal in Durazno eine beeindruckende Erfahrung, weil ich zum ersten mal mit Kindern gearbeitet habe, die leise sind, zuhören, sich NICHT schlagen und mich vor allem auf Anhieb verstehen können.
Davor habe ich von den Unterschieden gewusst, ich hätte aber nicht gedacht dass sie so offensichtlich sind. Während ich in Durazno alleine ohne Probleme gearbeitet habe, haben Claudia und ich Schwierigkeiten die Klasse in Montevideo zu kontrollieren, und dass, obwohl Claudia Uruguaya und ausgebildete Lehrerin ist.
In meiner Freizeit war ich im Juni ein Wochenende zu Besuch bei Angelika, wo ich ihr auch einen Koffer mit 23 Kilo Zeugs mitgeben konnte, was sie dann für mich nach Deutschland mitgenommen hat. An dieser Stelle noch ein GANZ GROSSES DANKESCHÖN an Angelika, für die vielen schönen Wochenenden, die ich in ihrem “Palast” verbringen durfte und für die ganz große Gastfreundschaft und Unterstützung.
Ausserdem war ich mit Nina im Parque Lecoq, einem echt tollen Naturpark.
Ende Juni war ich noch auf einem Konzert von “la Vela Puerca”, eine der berühmtesten uruguayanischen Rock-Bands. Die Musik ist echt cool
Im Juli war ich noch für ein Wochenende mit Lucia, Victoria und Claudio in Punta del Este, wo Victorias Onkel ein Penthouse direkt am Stand besitzt. Da haben wir es noch einmal ordentlich krachen lassen und ich war ein letztes mal bei ca. 10 Grad im Atlantik schwimmen.
Am Freitag hatten Nina und ich unseren letzten Arbeitstag im Centro Juvenil Bella Italia und es gab für uns eine Abschiedsfeier mit großem Abendessen und Geschenken. Wir haben jeweils ein Tshirt mit dem Gruppenfoto und Unterschriften geschenkt bekommen und haben dem Centro einen großen Bilderrahmen mit Fotos aus diesem Jahr geschenkt. Dieser Abend war echt traurig, da die Kinder zwar kleine Teufel sind aber man sie doch total gerne hat. Am folgenden Tag gab es dann noch ein grosses Kässpätzleessen mit dem Equipo.
Im August werden wir noch 3 Tage Campamento haben, wo wir über unsere Erfahrungen reden werden. Sonst werde ich noch ein paar mal El Bella besuchen und ein bisschen feiern. Echt beeindruckend wie schnell das Jahr vorbei gegangen ist….







































































