Junio y Julio

1. August 2010

Jetzt ist schon August und ich habe nur noch 10 Tage in Uruguay vor mir. Unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist! Wenn ich in Deutschland bin, wird es hier eine grosse Zusammenfassung von meinem Jahr geben und vor allem ein paar Berichte über das Land an sich. Davon habe ich bis jetzt zu wenig geschrieben und möchte dies noch nach holen. Dies aber nicht jetzt sondern in ein paar Wochen!

Davor gibt es erst einmal meinen obligatorischen Monatsbericht und zwar von Juni und Juli. In diesem Monat war vor allem Mundial (WM), über die ich schon genügend berichtet habe. Sonst war ich hauptsächtlich in meinen beiden Projekten arbeiten. Meine Projektpartnerin Nina ist mit Alexandra und Carina in den Urlaub gefahren, wodurch ich im Bella deutlich mehr machen musste. Auch bei Descubriendo(se) war viel mehr Arbeit zu erledigen, da unsere Gruppe aus Nina, Alexandra, Claudia und mir besteht. So durfte ich neben der Schule in Montevideo auch zweimal die Schule in Durazno besuchen und dort die Tallere abhalten, was verdammt viel Spaß gemacht hat. Durazno ist eine Stadt im Interior und viel ruhiger und entspannter als das große Montevideo. Dies spiegelt sich auch in den Kindern wieder. Beide Schulen haben einen “sozialkritischen Kontext”, wo bei die Unterschiede enorm sind. In Montevideo, sowohl in der Schule als auch im Bella, haben die Kinder enorme Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und mitzuarbeiten. Dies macht einem die Arbeit deutlich schwieriger, da man weniger erklären kann und viel mehr gegen den Lärmpegel ankämpfen muss. Es kann auch passieren, dass die Kinder während dem Unterricht einfach aufspringen und herrumrennen/sich schlagen. Als Tallerista oder Lehrer kann man eingreifen, schlichten und sanktionieren, was die Kinder jedoch nicht davon abhält, es erneut zu machen. Dies sind Symptome einer Art ADS, welches durch die schwierigen Lebenssituationen entsteht.

In Durazno sind die ökonomischen Probleme des “kritischen Kontext” die gleichen, die Kinder können jedoch auf eine intaktere soziale Struktur zurückgreifen. Während in Durazno bei vielen Kinder die Eltern zusammen wohnen und sie  vier oder fünf Geschwister haben, kann es in Montevideo passieren, dass eine Mutter alleine 10 Kinder großzieht. Dies alles ist natürlich nicht auf alle zu, jedoch beschreiben sie die durchschnittliche Entwicklung.

So sind die Kinder in Durazno in der Lage dem Unterricht zu folgen und mitzuarbeiten. V.a. die Kommunikation ist dort einfacher, weil sie sich ausreichend konzentrieren können um den Akzent eines Ausländers zu verstehen.

Für mich waren die zwei mal in Durazno eine beeindruckende Erfahrung, weil ich zum ersten mal mit Kindern gearbeitet habe, die leise sind, zuhören, sich NICHT schlagen und mich vor allem auf Anhieb verstehen können.

Davor habe ich von den Unterschieden gewusst, ich hätte aber nicht gedacht dass sie so offensichtlich sind. Während ich in Durazno alleine ohne Probleme gearbeitet habe, haben Claudia und ich Schwierigkeiten die Klasse in Montevideo zu kontrollieren, und dass, obwohl Claudia Uruguaya und ausgebildete Lehrerin ist.

In meiner Freizeit war ich im Juni ein Wochenende zu Besuch bei Angelika, wo ich ihr auch einen Koffer mit 23 Kilo Zeugs mitgeben konnte, was sie dann für mich nach Deutschland mitgenommen hat. An dieser Stelle noch ein GANZ GROSSES DANKESCHÖN an Angelika, für die vielen schönen Wochenenden, die ich in ihrem “Palast” verbringen durfte und für die ganz große Gastfreundschaft und Unterstützung.

Ausserdem war ich mit Nina im Parque Lecoq, einem echt tollen Naturpark.

Ende Juni war ich noch auf einem Konzert von “la Vela Puerca”, eine der berühmtesten uruguayanischen Rock-Bands. Die Musik ist echt cool :-)

Im Juli war ich noch für ein Wochenende mit Lucia, Victoria und Claudio in Punta del Este, wo Victorias Onkel ein Penthouse direkt am Stand besitzt. Da haben wir es noch einmal ordentlich krachen lassen und ich war ein letztes mal bei ca. 10 Grad im Atlantik schwimmen.

Am Freitag hatten Nina und ich unseren letzten Arbeitstag im Centro Juvenil Bella Italia und es gab für uns eine Abschiedsfeier mit großem Abendessen und Geschenken. Wir haben jeweils ein Tshirt mit dem Gruppenfoto und Unterschriften geschenkt bekommen und haben dem Centro einen großen Bilderrahmen mit Fotos aus diesem Jahr geschenkt. Dieser Abend war echt traurig, da die Kinder zwar kleine Teufel sind aber man sie doch total gerne hat. Am folgenden Tag gab es dann noch ein grosses Kässpätzleessen mit dem Equipo.

Im August werden wir noch 3 Tage Campamento haben, wo wir über unsere Erfahrungen reden werden. Sonst werde ich noch ein paar mal El Bella besuchen und ein bisschen feiern. Echt beeindruckend wie schnell das Jahr vorbei gegangen ist….

Abschlussfeier für die “Celeste”

14. Juli 2010

Heute ist es so weit: ein Monat Fußball ist offiziell beendet. Hier in Uruguay hört das Land nicht mit dem Finale der WM auf, sondern erst mit der Ankunft der Spieler. Die war heut und damit ist das Thema Fußball für den Staat (nach großer Zeremonie und Ehrenmedaillien für die Spieler) offiziell erledigt. Inoffiziell wird es jedoch noch einige Monate so weiter gehen. Ein Beispiel dazu: Die Fernsehstationen zeigen jedes mal in den Nachrichten ALLE Tore Uruguays bei der WM, auch die unwichtigen der Vorrunde. In den Werbepausen, die in Uruguay sehr lange und häufig sind, verwendet gefühlt jede zweite Marke die Aufnahmen von jubelnden und toreschiessenden Uruguayos um für ihre Produkte zu werben. Und sonst natürlich nocht die unzähligen Analysen zur WM. Zusammen bedeutet dies, dass man immer irgendwas über Fußball zu hören bekommt, sobald man den Fernseher einschaltet. Und Uruguay hat nur 4 öffentliche Kanäle…

Nicht nur in den Massenmedien ist dieses kleine Land total Fußball-vernarrt, sondern auch in der Art seine Fußballspieler zu feiern. Diese haben natürlich schon Heldenstatus und darum musste ihre Rückkehr gigantisch gefeiert werden. Gigantisch ist das einzig passende Wort, da nur bei einem WM Gewinn mehr Menschen auf die Straße gehen würden. Bei allen politischen oder kulturellen Events war deutlich weniger los.

Av. Libertador mit Palacio Legislativo im Hintergrund

Av. Libertador mit Palacio Legislativo im Hintergrund

Die Festivitäten begannen heute als Karawane mit dem Bus der “Celeste” als Anführer. Sie sind im Flughafen Carrasco losgefahren und haben sich, die Rambla entlang, bis zum Palacio Legislativo vorgearbeitet ( Rambla = Strandpromenade; Palacio L. = Parlament). Dort standen tausende Menschen am Strassenrand, fuhren hunderte Autos dem Bus hinterher und so wurde die “Selección” frenetisch gefeiert. Am Palacio Legislativo wurde eine große Bühne aufgebaut, vor der sich mehrere hundert tausend Menschen versammelt haben. Vor der Ankunft spielten dort Bands der landesüblichen Musikrichtungen und die Menge stimmte sich schon mit Fangesängen auf ihre Helden ein. Als die Fußballer dann ankamen, wurden Reden gehalten, Orden verliehen und vor allem mit den Fans gefeiert. Die Uruguayos haben für fast jeden Spieler einen Spitznahmen und einen kurzen “Vers” über ihn. D.h. bei der Verleihung der Orden sang die Menge über den Spieler. Suárez wurde für seine “Hände Gottes” gefeiert, “El Loco” (der Verrückte) Abreú für seinen Lupfer beim Elfmeterschiessen, dann kamen “El Ruso” (der Russe) Peréz, “El Flaco” (der Dünne) Fernandez, “El Mono” (der Affe) Pereira und so weiter und so fort. Die letzten beiden wurden am meisten bejubelt: der Trainer, “El Maestro” Tabaréz und der “beste Fußballer der Welt”, Diego Forlan.

Nach dem formellen Teil haben die Mannschaft, die Offiziellen und das “Pueblo” noch ein Paar Fangesänge angestimmt und es gab ein grösseres Feuerwerk. Ein echt würdiger Abschluss von einer tollen WM. Es kommt zwar nicht ganz an die Party in Madrid hin, aber im Vergleich zum deutschen “Abschied” kann es sich echt sehen lassen!

Übrigends: Die Spieler der “Celeste” haben den ganzen Rückflug über gefeiert und gesungen. Der unterschied zu einem normalen Fan ist auf den Videos kaum merkbar. Ich finde dies ist einer der grössten Unterschiede zu anderen Fußballern. Die Uruguayos sind trotz Erfolg und internationalen Karrieren bodenständig und normal geblieben.

D – E

7. Juli 2010

Heute geht es in die Botschaft um das Spiel gegen Spanien zu sehen. Vom letzten Spiel hat die Botschaft ein Video online gestellt. Hoffentlich wird die Stimmung heute auch wieder so.

Ich habe vor kurzem herrausgefunden, wie man youtube-Videos in den Blog einfügt. Und das macht Spass, also werden es mit der Zeit noch mehr Videos.

Hier noch ein anderes WM Lied, da das erste der Alex so gut gefallen hat. Es ist von einer der wichtigsten Rockbands Uruguays: No te va gustar

¡Uruguay noma’!

6. Juli 2010

Danke an alle deutschen Uruguay Fans fürs mitfiebern. Leider hat es diesesmal nicht gereicht, obwohl “el mono” Pereira es am Ende nocheinmal Spannend gemacht hat. In Uruguay gibt es gerade trotzem noch Fiesta in allen Städten, aber halt nicht so gross wie bei einem Sieg. Trotzdem sind alle hier total stolz auf die Manschaft und freuen sich, dass sie das erste mal seit 40 Jahren das Halbfinale erreicht hat.
Und mich reisst hier der Mundial sowieso total mit, dass ich deutlich häufiger meinen Blog aktualisiere, als davor. Also geniess die restliche WM, Becca…
Morgen gehts wieder in die Botschaft um Deutschland anzufeuern. Hoffentlich gibt es da einen Sieg und danach Party, da ich heute zu erkältet bin, um zu feiern.

Auf die grossen Partys in Deutschland bin ich schon ein bisschen neidisch :-)

hier noch eins von den WM Liedern. Dieses passt besonderst zu dem Tag heute.

WM 2010

6. Juli 2010

Kein Auto fährt mehr auf der Strasse, keine Leute sind zu sehen. Alles ist gespenstisch still, nur der Wind ist zu hören.

Was sich anhört wie der Beginn eines Kinofilms, wird heute in Uruguay Realität werden. Um ca. 15 Uhr, eine halbe Stunde vor Spielbeginn, wird das ganze Land aufhören zu arbeite. Nicht so wie in Deutschland, sondern KOMPLETT. Für mindestens 2 Stunden steht das Land still und keiner betritt die Strassen. Abgesehen von den Leuten, die am public viewing teilnehmen (Wie ich :-) ).

Was hier gerade passiert ist wie ein Traum. Das ganze Land ist in Feierlaune und stolz darauf wieder “jemand” in der grossen Welt zu sein. Im Fernsehen werden den ganzen Tag über Wiederholungen des Handspiels von Suaréz und dem Lupfer beim Elfmeterschiessen vom “El Loco (Der Verückte)” Abreú im Viertelfinale gezeigt. Jede Stadt im Interior von Uruguay reicht schon Petitionen ein, dass der Autokorso der Spieler auch in ihrer Stadt vorbeikommt. Stimmen werden laut, den Spielern ein Denkmal zu bauen. Wobei die meisten scherzhaft behaupten, man solle doch die 50ct Münzen dafür verwenden, da diese gerade aus dem Verkehr gezogen werden. Die grossen Tageszeitungen drucken mit jeder Ausgabe irgendein Photo des Spiels auf einer Doppelseite, damit man es sich als Poster aufhängen kann. Natürlich sind Fahnen und Trikots seit langem ausverkauft. Und wenn man den Gesprächen der Leute zuhört, geht es, wie auch anderst möglich, um Fussball.

Auf gut deutsch: Das Land befindet sich im Ausnahmezustand und ich bin mitten drinnen :-)

Ich weis nicht, wie viele von euch das Viertelfinale mitbekommen haben, aber es war ein KRIMI. Das spannenste, was ich seit langem erlebt habe. Nach einem mässigen Spiel, in dem es nach 90 Minuten 1:1 stand ging es in die Verlängerung. Dann, in der 120. Minute, klärt ein Uruguayanischer Spieler gegen Ghana, welche jedoch zu unrecht einen Freistoss nahe dem Strafraum zugesprochen bekommen. Es ist die letzte Chance im Spiel. Der Ball kommt herein, Muslera springt hoch um in raus zu schlagen, schaut dabei schlecht aus und der Ball fliegt vor die Füsse eines Ghanaers. Der schiesst aufs Tor. Der Stürmer Suarez klärt auf der Linie mit seinem Knie, der Ball fliegt jedoch erneut einem Ghanaer vor die Füsse, erneuter Schuss und Suarez macht das einzige Richtige: Er wehrt den Ball mit der Hand ab. Der Schiedsrichter zeigt zurecht Rot und gibt einen Elfmeter. Ghana schiesst und der Ball knallt an die  Latte.

DAS LAND EXPLODIERT VOR JUBEL.

Im Elfmeterschiessen hält Muslera 2 Elfmeter und El Loco macht das letzte Tor. Mit einem Lupfer, wie immer. ¡Que locura! ¡Was für ein Wahnsinn! Das war das dramatischste Spiel was ich gesehen habe. Die ganze Plaza Independencia (da war public viewing) springt, schreit und lärmt. Um es euch zu verdeutlichen: Wie ein Deutschland beim Public Viewing, blos 100000000 mal stärker :-)

Und die Fiesta ging mal wieder bis in die Morgenstunden….

Am nächsten Tag stand noch das Spiel Deutschland – Argentinen auf dem Plan. Wir sind in die Botschaft gegangen, haben dort gross gefeiert und sind anschliessend auf die Hauptstrasse 18. de Julio gegangen. Als Gruppe von ca. 15 Personen sind wir Deutsche und Uruguayos, mit Deutschlandfahnen ausgestattet, singend und feiernd bis zur Plaza Independencia gezogen und wurden von allen Uruguayos bejubelt, da ja Argentinien der grosse Rivale ist. Dabei haben wir natürlich auch ein paar Lieder auf spanisch gesungen, dass sie uns verstehen. ¡Y llora, y llora, y llora Maradona! (heul doch, heul doch, heul doch Maradona) Busse haben extra für uns angehalten und Leute haben uns umarmt um sich zu bedanken, dass Maradona wegen uns raus geflogen ist. Und natürlich wurden wir im ganzen Land im Fernsehen gezeigt :-)

Heute ist jetzt das Halbfinale gegen Holland und vor allem ich bin schon recht nervös! Viel Spass in Deutschland und hoffentlich schaut ihr euch das Spiel an.

Morgen ist es soweit!

1. Juli 2010

Morgen ist es soweit! In der früh begleite ich noch eine uruguayanische Freundin, Carolina,  zum Flughafen und ab Mittag dreht sich mein komplettes Leben um Fussball. Uruguay am Nachmittag und Deutschland am Samstag in der früh.

¡Vamos arriba Celeste!

El Sueño sigue!

27. Juni 2010

Der Traum geht weiter. Meine beiden Nationalmannschaften sind im Viertelfinale. Am Samstag gab es nach dem Sieg von Uruguay eine riesige Party, wo die komplette Hauptstrasse voller Leute war. genial!
Und heute hat Deutschland England platt gemacht.
Also drückt den beiden Ländern fürs Viertelfinale die Daumen, damit die Party weitergeht!!!!!

Fútbol

25. Juni 2010

Ahora es el tiempo de la copa mundial. Vino con muchas sorpresas. Pero las Equipos de mi corazón están jugando bien, y ya están en el octavo. ¡Que bueno! ¡Vamos arriba, Uruguay y Alemania!

Jetzt rollt der Ball nach 4 Jahren wieder. WM ist in Südafrika, aber auch hier in Uruguay wird das ganze gebührend gefeiert. Eigentlich hab ich nicht gedacht, dass Uruguay die Gruppenphase überstehen wird, aber die Celeste haben es uns dann doch bewiesen. Erster der Gruppe A, genial! Deutschland hat es, zwar mühsam, auch geschafft. Und Frankreich und Italien sind ausgeschieden. D.h. es läuft perfekt für meinen Geschmack!!! :-)

Für die Deutschlandspiele gehen wir Freiwillige und einige Uruguayos immer in die Deutsche Botschaft, wo wir mit den anderen Deutschen die Spiele sehen können. Ist echt ganz nett, da man so mit mehr Personen feiern kann. Nur bei dem Spiel gegen Serbien, was bei uns um 8 Uhr in der Früh war, mussten wir uns etwas anderes Organisieren. So sind Adrian, Carina, Suni, Diego und ich in das Jugendzentrum “El Puente” (dort arbeitet Adrian) und haben dort Beamer aufgebaut und unser eigenes “private viewing” gemacht. Mit Essen, Mate und dann noch ne Cerveza. Hätte Deutschland nicht verloren, wäre es ganz nett gewesen.

Beim Spiel gegen Ghana war dann noch der US Botschafter zu Gast und beim anschliessenden tischkickern hat Deutschland die USA ganz klar mit 7:3 besiegt. Das nenne ich mal Internationale Politik :-)

Die Deutschlandspiele sind hier ganz nett, aber nichts im vergleich zu den Uruguayspielen. Gegen Frankreich haben wir es in unserem Jugenzentrum angeschaut, was jedoch recht anstrengend war, da sich unsere Kinder echt schlimm benommen haben. Das Problem ist, dass sie sich nicht länger als 15 Minuten auf den Bildschirm konzentrieren können, und so recht bald anfangen sich zu streiten, zu schlagen oder sich mit Gegenständen zu bewerfen. D.h. wir waren da die meiste Zeit beschäftig Streits zu schlichten und konnten weniger dem Spiel folgen (war aber klar, da das Centro  immer so ist).

Gegen Südafrika gab es unser grosses Event: Das Intercentro. Wir haben ein Treffen von den drei Jugendzentren organisert, wo wir Freiwilligen arbeiten. So trafen sich am Tag des Spiels die Centros “Bella Italia”, “Capurro” und “El Puente” im Gebäude des letztgenannten. Dieses Intercentro haben wir Freiwillige selbst organisiert um nochmal ein “Zeichen” zu setzen, was ein voller Erfolg war. Die Deutsche Botschaft hat uns dabei finanziell unterstützt, wobei wir im Gegenzug eine kleine Ausstellung über den deutschen Fussball gemacht haben. Und am Ende gab es noch Souvenirs für die Kinder: Kugelschreiber in den Deutschlandfarben, Haribos mit dem Aufdruck “Auswärtiges Amt” und Papierfahnen von Deutschland. Am Ende war es recht lustig zu sehen, wie 80 Kinder Deutschlandfahnen in der Hand halten und “Uruguay” grölen. Letztendlich war es ein echt tolles Intercentro.

An dieser Stelle noch einen grossen Dank an die Deutsche Botschaft und Glückwunsch dazu, dass wenigstens einmal Steuergelder sinnvoll verwendet wurden :-)

Das letzte Spiel haben wir in einer Bar im Zentrum angeschaut und sind nach dem Sieg noch auf die Hauptstrasse, 18. de Julio, gegangen und haben dort mit tausenden von Leuten gefeiert. Uns hat dabei sogar das Fernsehen gefilmt, sowohl in der Bar als auch auf der Strasse.

Am Samstag ist das Achtelfinale gegen Südkorea und wir haben uns wieder einen Platz in der selben Bar reserviert. Also drückt Uruguay die Daumen! Wenn wir gewinnen, gibt es wieder eine geniale Fiesta für uns!

Hier noch Photos von der Botschaft, die anderen Photos kommen bald….

Uruguay en Mayo

15. Juni 2010

En Mayo Uruguay esta cambiando. Empieza el frío y con esto también se cambia la gente. Todo esta más tranquilo y no se sale más a la playa y tampoco hay tanta fiesta. La gente esta más en la casa con la estufa encendida y sale menos a actividades, que están afuera de la casa. Pero con el frío viene un destino muy lindo para visitar: Las termas con el agua muy linda y caliente. Y por eso Diego, Carina, Nina y yo fuimos a visitar las termas de Guaviyú y Dayman, que están en el noroeste de Uruguay. Y una semana después fui con Carolina a visitar la ciudad Mercedes, que esta en el interior de Uruguay. Ambos estaban paseos muy lindos.

Im Mai wird es in Uruguay deutlich kälter. Es hat untertags nicht mehr als 20 Grad, meistens deutlich weniger (zwischen 10 und 15 Grad). Nachts gibt es teilweise Frost. Eigentlich sollte man als Deutscher diese Kälte gewöhnt sein, jedoch ist die Luft in Uruguay deutlich feuchter und 10 Grad fühlen sich so wie 0 Grad an. Zudem wird in Uruguay wenig geheizt, man hat eigentlich nur im Wohnzimmer einen Ofen wo Feuer gemacht wird. Also verbringt man den ganzen Tag, sowohl draußen als auch drinnen, mit der Winterjacke. Was mich dabei stört ist die Feuchtigkeit. Sie dringt überall ein, vor allem ist die Kleidung IMMER feucht und klamm. In der Früh stehe ich auf, zieh mir meine Kleidung an und kehre für 20 min ins Bett zurück um irgendwie warm zu werden und die Feuchtigkeit aus der Kleidung rauszukriegen.

Aber die Kälte hat nicht nur schlechte Seiten. Es ergibt sich dadurch auch ein wunderschönes Reiseziel: Die Thermen in Uruguay.  Sie liegen im Nordosten Uruguays in der Nähe der großen Städte Paysandú und Salto. Dort den ganzen Tag im heißen Wasser zu liegen, während außerhalb die Luft kalt und frisch ist, ist einfach toll. Um dies zu genießen, fuhren Diego, Carina, Nina und ich für ein Wochenende dort hin. Diego schaffte es ein Mietauto seines Hotels sehr billig zu organisieren, da er dort der leitende Chef ist. So fuhren wir Freitag abends nach Durazno, wo Diegos Familie wohnt, übernachteten dort und machten uns am Samstag auf den Weg nach Paysandú. Unterwegs machten wir bei den „Grutas del Palacio“ halt, was eine Art Grotte mit Steinsäulen ist und erreichten Mittags die Termas von Guaviyú. Dort badeten wir bis spät nachts, grillten und übernachteten auf dem dazugehörenden Campingplatz. Am nächsten Tag fuhren wir in der Früh zu dem Termas von Dayman, die zwar schöner aber auch deutlich teurer als die Termas von Guaviyú sind. Nachmittags, nach sehr langem Nichtstun im heißen Wasser, wollten wir noch die Gegend besichtigen und brachen auf. Zuerst ging es zu der Represa de Salto, der größte Staudamm Uruguays. Er staut den Río Uruguay und deckt 50% des Strombedarfs in Uruguay und 6% von Argentinien. Da der Río Uruguay die Grenze von Argentinien und Uruguay darstellt ist der Damm ein Gemeinschaftsprojekt beider Länder. Übrigends: Uruguay hat noch drei andere Staudämme und schafft es so 90% seines Strombedarfs mit Wasserkraft zu decken. Nach der Represa ging es in die Stadt Salto, die sehr schön am Río Uruguay liegt und eine tolle Strandpromenade besitzt. Auf dem Rückweg nach Durazno besichtigten wir noch Paysandú, welche aber nicht annähernd so schön ist wie Salto. Übernachtet haben wir erneut in Durazno und fuhren am Montag nach Montevideo zurück.

In der Früh besuchten wir in Durazno noch eine Schule, wo wir mit dem Projekt „Descubriendo(se)“ beginnen werden. Dieses Jahr werden wir das Projekt in dieser Schule in Durazno und in einer Schule in Montevideo durchführen. Claudia, Diego, Suni und ich werden jeden Dienstag das Projekt in der Schule von Punta Rieles durchführen, ein ärmeres Viertel von Montevideo. Für alle die schon vergessen haben, was dies ist: schaut euch meine Einträge zum letzten Jahr an oder besucht die Seite: proyecto-descubriendose.blogspot.com

Mein zweiter größerer Ausflug in diesem Monat ging nach Mercedes. An diesem Wochenende wurden in ganz Uruguay die Bürgermeister („Intendente“) gewählt. Da die Wahl in Uruguay Pflicht ist, müssen alle Bürger in ihre Heimatstadt zum Wählen.

Carolina, eine gute Freundin, musste deswegen zurück nach Mercedes und hat mich eingeladen mit zu fahren und so die Stadt kennen zu lernen. Mercedes ist eine kleine Stadt mit vierzigtausend Einwohnern (für Uruguay also eine große Stadt :-) ) die am größten Fluss Uruguays liegt, dem Río Negro. Freitag abends gingen wir mit Freunden in der einzigen Disco feiern und verbrachten Samstag und Sonntag früh mit der Stadtbesichtigung und Matetrinken an der sehr schönen Rambla (Promenade) am Río Negro. Für ein Wochenende war Mercedes sehr schön, aber um dort zu leben ist einfach zu wenig los….

Sonst habe ich die Wochenenden im Mai recht entspannt verbracht. Wir waren hauptsächlich in Montevideo feiern und dies, wie in Uruguay üblich, bis 6,7 Uhr in der Früh :-)

Dafür war in der Arbeit recht viel los. Im Centro Juvenil sind wir dabei ein „Intercentro“ zu organisieren, d.h. ein Treffen der drei Jugendzentren unserer NGO. Dies soll im Juni stattfinden, wo wir zusammen ein Spiel von Uruguay bei der WM anschauen wollen.

Auβerdem haben wir erneut mit dem Projekt Descubriendo(se) angefangen. Um dieses Jahr arbeiten zu können, bewarben wir uns im April bei „Jugend Hilft!“ und bekamen vor kurzem 960€. D.h. mit diesem Geld und anderen Quellen, können wir unser Projekt bis Ende Juli fortführen. Dieses mal werden wir mit drei Klassen in Durazno (Landesinnere) und einer Klasse in Montevideo arbeiten. Dazu mehr im Juni, wenn wir mehrere Tallere hinter uns haben….

Abril en Uruguay

30. Mai 2010

Después mi viaje con mi familia solo quedó poco tiempo en abril, así no pasó mucho. Pero por lo menos es el mes de mi cumpleaños, que significa: ¡FIESTA!

Yo festeje mi cumpleaños con Elisabeth, que también lo tiene en abril. Nosotros alquilamos un salón de fiesta e hicimos una gran fiesta con todos amigos toda la noche. Estuvo muy muy bien!

Nachdem ich die ersten beiden Wochen im April mit meiner Familie verbrachte, habe ich jetzt nicht so viel über den Monat zu schreiben. Aber da im April mein Geburtstag ist, gibt es auf jeden fall eines: Fiesta!

Mein Geburtstag am 15. war dieses mal recht unspektakulär aber trotzdem ein sehr schöner Tag. Schön an diesem Tag war jedoch nur das miteinander mit meiner Gastfamilie, da ausgerechnet mein Geburtstag der regenreichste und stürmischste Tag während meiner Zeit in Uruguay war. So konnte man ohne schlechtes Gewissen den ganzen Tag entspannt im Haus verbringen und nichts tun, was auch nicht schlecht ist :-) . Ich habe also den Abend mit meiner Gastfamilie verbracht, es gab Kuchen und Wein und wir unterhielten uns bis spät in die Nacht. Am Wochenende war ich noch bei Angelika eingeladen, die mich  zwei Tage lang bei ihr daheim verwöhnt hat. Also ein schöner entspannter Geburtstag in Uruguay.

Eine Woche später war dann noch die große Party. Ich habe so spät gefeiert, weil Elisabeth noch Geburtstag hatte und wir so zusammen feiern konnten. Für die Feier haben wir uns einen Salon de Fiesta gemietet und eine typisch uruguayanische Geburtstagsparty veranstaltet. D.h. als Getränke Bier und Wein und zum Essen Hamburgesas, die auf der Parilla gegrillt werden. Eingeladen waren alle unsere Freunde und so haben wir die ganze Nacht tanzend und feiernd verbracht. Und die Fiesta ging, wie in Uruguay üblich bis zur Morgendämmerung. Alles in allem war dies die schönste Feier die wir bis jetzt in Uruguay hatten. Also ein echt gelungener, einzigartiger und einziger Geburtstag in Uruguay!

Sonst ist im April kaum etwas passiert. Außer einige Partys und die Tatsache, dass Santiago und ich jetzt jeden Sonntag Fußball spielen gehen. In Uruguay ist der „Futbol 5“ sehr beliebt. D.h. man mietet sich zu zehnt einen kleinen Fußballplatz mit Kunstrasen in der Halle und spielt Fußball: 5 gegen 5. So kann ich meine Fußballkenntnisse wieder auffrischen, die doch etwas eingerostet sind, da ich seit Jahren nicht mehr gespielt habe. Wir gehen jetzt jeden Sonntag dort hin und ich merke, wie ich schon besser werde. Aber dies auch nur sehr langsam :-) Trotzdem macht es viel Spaß und mit tut der Sport merklich gut!


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